Überblick
Die Ortschaft Pfahlheim liegt ca. 11,5 km östlich von Ellwangen 492 m ü.M., auf einer Gemarkungsfläche von 2542 ha und zählt zur Zeit um die 1700 Einwohner. Zu Pfahlheim zählen noch folgende Orte und Höfe: Beersbach, Buchhausen, Hahlheim, Hardt, Hirlbach, Hochgreut, Hofstetten, Pfeifhaus, Sonnenhof.
Mitte des 2. Jhdt. wurde der Limes zunächst als Palisadenzaun, zwei bis drei Jahrzehnte später als Steinmauer gebaut, um das Römische Reich gegen Angriffe von Germanenstämmen zu schützen. Diese Grenze, von deren Holzpfähle die Ortschaft ihren Namen hat, verläuft heute mitten durch Pfahlheim. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt ein zweitoriges Numeruskastell bei Hahlheim, dessen Umriss durch Bepflanzung sichtbar gemacht worden ist. In diesem Kastell waren Soldaten stationiert, die einen Abschnitt, bzw. ein Tor des Limes zu bewachen hatten.
Eine zweite Spur menschlicher Niederlassung lässt sich auf das 5. oder 6. Jhdt. datieren. In diese Zeit fällt die Gründung des Alamannendorfs Pfahlheim an den Resten des Limes. Belegen kann man dies durch den Fund eines umfangreichen Gräberfeldes, das zwischen 1883 und 1906 freigelegt wurde. Allerdings lag diese Siedlung südlich der heutigen Ortschaft. Eine Besonderheit der Pfahlheimer Funde war die Anzahl der bestatteten Reiter, nämlich beinahe jeder dritte Mann lässt sich durch Grabbeigaben als solcher identifizieren. Diesem Phänomen war eine Sonderausstellung gewidmet, die vom 29. September 2001 bis 11. Januar 2004 im Alamannenmuseum in Ellwangen zu sehen war.
Die erste urkundliche Erwähnung fällt in die Regierungszeit der Frankenkönige Pippin III. und seinem Sohn Karl dem Großen. Wie in der Urkunde „Codex Eberhardi“ festgehalten ist, hat einer der beiden die Ortschaft Pfahlheim mit 70 Joch Acker und vier Familien an das Kloster Fulda verschenkt. Pfahlheim feierte zwar im Jahr 2000 sein 1200-jähriges Bestehen, man kann aber nicht mit Sicherheit sagen, wann genau diese Schenkung stattgefunden hat. Nur soviel ist sicher, dass es in der Amtszeit dieser beiden Könige gewesen sein muss, die von 751 bis 814 dauerte.
Keine weiteren Erwähnungen gibt es bis zum Jahr 1218, in dem der Ministeriale Konrad von Pfahlheim der Klosterkirche Hl. Veit in Ellwangen einen Hof gestiftet hat. In der Folgezeit wechselte Pfahlheim auch in den Besitz des Klosters Ellwangen, später dann in den der Fürstprobstei Ellwangen. Da beim großen Dorfbrand von 1776 neben 38 Häusern auch die Kirchenbücher verbrannten, sind viele wichtige Aufzeichnungen verlorengegangen.
Mit der Säkularisation 1803 wurde Pfahlheim eine selbstständige Gemeinde. Die ständig wachsende Bevölkerung veranlasste 1842/1843 zum Neubau eines Schulhauses, 1877 zum Neubau eines Rathauses und 1891/1892 zum Neubau der Pfarrkirche.
Am 1. Januar 1973 endete die Selbstständigkeit der Gemeinde Pfahlheim. Fortan war man Teil der Großen Kreisstadt Ellwangen/Jagst.




